Sonderausstellungen 2011

erik spiekermann.schriftgestalten, © Erik Spiekermann
erik spiekermann.schriftgestalten, © Erik Spiekermann

erik spiekermann. schriftgestalten.

23. März – 6. Juni 2011

Schrift ist nicht gleich Schrift. Wie Typografie, Marken und Wahrnehmung zusammenhängen, weiß Erik Spiekermann am besten. Der 63-Jährige gehört zu den weltweit bekanntesten Gestaltern und Typografen. Die größte Leistung seines Lebenswerks, für das er im Februar 2011 vom Rat für Formgebung den Deutschen Designpreis erhält, sieht der Schriftgestalter selbst in dem Netzwerk von Designern, die er über mehrere Jahrzehnte ausgebildet hat.

Seine Agentur Edenspiekermann gestaltete das Corporate Design für verschiedene Weltkonzerne. Spiekermann ist Mitbegründer von MetaDesign, einer der größten Design-Agenturen Deutschlands, und des Fontshops, dem ersten Versand für Computerschriften.

Den Berlinern dürfte Erik Spiekermann vor allem über das nach 1989 in der wiedervereinigten Hauptstadt entwickelte Leitsystem für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bekannt sein. Das Bauhaus-Archiv gibt Einblicke in den Prozess seiner Arbeit und zeigt, wie er diese und weitere Schriften – darunter einige Typo-Klassiker - entwickelte.


Albert Renger-Patzsch, Fagus-Werke, Alfeld/Leine, Blick auf die Südost-Ecke des Hauptgebäudes
Albert Renger-Patzsch, Fagus-Werke, Alfeld/Leine, Blick auf die Südost-Ecke des Hauptgebäudes, Architekten: Walter Gropius und Adolf Meyer, Foto 1928, © Albert Renger-Patzsch Archiv – Ann und Jürgen Wilde, Zülpich / VG Bild-Kunst Bonn 2011, Bauhaus-Archiv Berlin

Die Moderne im Blick

Albert Renger-Patzsch fotografiert das Fagus-Werk

22.06 - 29.08.2011

Renger-Patzsch zählt zu den bedeutendsten Fotografen der Neuen Sachlichkeit. Bis heute prägt er mit seinen faszinierenden, zu Werbezwecken erstellten Fotografien das Bild des Fagus-Werks, das als Ursprungsbau der Moderne in die Geschichte der Architektur eingegangen ist. Seine im Objekt begründeten Aufnahmen sind bis ins Detail durchkomponiert: Ausschnitte, Staffelung und perspektivische Verkürzungen von Bildelementen bestimmen meist den Bildaufbau.

Am 25. Juni 2011 wurde das vom späteren Bauhaus-Gründer Walter Gropius in Zusammenarbeit mit Adolf Meyer entworfene Fagus-Werk in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen und feiert 2011 auch sein 100-jähriges Jubiläum. Die Ausstellung zeigt erstmals in vollem Umfang Renger-Patzschs Fotoserien aus den Jahren 1928 und 1952. Sie umfassen Architektur, Produkte und deren Herstellungsprozess, aber auch Porträts der Firmeninhaber.

Das Fagus-Werk, Reformunternehmen innerhalb der Schuhindustrie, setzte es sich für die Herstellung von fußgerechten Schuhen ein. Unter den ausgestellten Fotografien befindet sich deswegen eine der berühmtesten Fotografien der Weimarer Republik: Bügeleisen für die Schuhfabrikation. Ungewöhnlich  anmutende Aufnahmen Renger-Patzschs von deformierten und gesunden Fußskeletten sowie richtigem und falschem Schuhwerk, ergänzen die beiden Fagus-Serien. Natur- und Landschaftsaufnahmen aus dem Privatbesitz des Fagus-Junior-Chefs Karl Benscheidt jr. erweitern das Spektrum der ausgestellten Fotografien zusätzlich und machen sichtbar, dass der Unternehmer ein großer Förderer des Fotografen war.

Download des Flyers "Die Moderne im Blick"

Wettbewerbsarbeit „Endless“ von Dirk Vander Kooij
Wettbewerbsarbeit „Endless“ von Dirk Vander Kooij

DMY International Design Festival

Awards and Jury Selection 2011

14.09. - 10.10.2011

Auch in diesem Jahr präsentiert das Bauhaus-Archiv die DMY Jury Selection 2011 des DMY International Design Festival Berlin und gibt jungem, innovativem Design eine Ausstellungsfläche. Das 2003 gestartete International Design Festival Berlin hat sich als größte deutsche Plattform für zeitgenössisches Produktdesign etabliert.

Gemeinsam mit dem Bauhaus Archiv Berlin zeichnet das Festival die drei besten Arbeiten mit den DMY Awards aus. Die insgesamt zehn in diesem Jahr von der Jury nominierten Arbeiten reflektieren soziale, nachhaltige und kulturelle Werte im Design.

Im Fokus erfahren Sie mehr über den DMY und die Gewinner des International Design Festivals 2011.


Gewinnen Sie hier einen ersten Eindruck von der Ausstellung.

20.9.2011, 19-21 Uhr: Bauhaus_Talk "Design im Wandel. Neue Herausforderungen an Ausbildung und Beruf". (Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung). Mehr Informationen hier.

Walter Gropius, Wettbewerb Stadtkrone Halle Saale, 1927/28, Foto: Bauhaus-Archiv Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2011
Walter Gropius, Wettbewerb Stadtkrone Halle Saale, 1927/28, Foto: Bauhaus-Archiv Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Eine Stadtkrone für Halle Saale

Walter Gropius im Wettbewerb

26.10.2011 - 09.01.2012

1927 schrieb die Stadt Halle einen Architekturwettbewerb aus – von der Presse als »Akropolis von Halle« betitelt. Auf dem so genannten Lehmanns-Felsen sollte als neues, signifikantes Zentrum der Stadt eine monumentale Stadtkrone mit Stadt- und Konzerthalle, Museum und Sportanlagen entstehen. Einige der bedeutendsten deutschen Architekten wurden zu dem Wettbewerb eingeladen, unter ihnen Walter Gropius, Hans Poelzig, Peter Behrens, Emil Fahrenkamp, Paul Bonatz und Wilhelm Kreis. Auch lokale Architekten und Künstler reichten Entwürfe ein. Realisiert wurde hingegen keiner der Vorschläge und der Wettbewerb geriet über die Jahrzehnte vollständig in Vergessenheit. Es sind jedoch von den meisten Teilnehmern zahlreiche Pläne erhalten. Insgesamt werden in der Ausstellung 44 Originalpläne erstmals nach mehr als 80 Jahren der Öffentlichkeit präsentiert. Darüber hinaus werden eigens für die Ausstellung gebaute Modelle zu sehen sein. Im Mittelpunkt stehen der Entwurf »Hängende Gärten« von Walter Gropius sowie die Planungen von Peter Behrens und Hans Poelzig. Die Ausstellung ist ein Projekt der Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Halle, und der Universität Halle-Wittenberg in Zusammenarbeit mit dem Bauhaus-Archiv Berlin.

Sonderausstellungen 2010

T. Lux Feininger, Mitglieder der Bauhauskapeller
T. Lux Feininger, Mitglieder der Bauhauskapelle , Bauhaus Dessau um 1928 (von oben, angeschnitten: Oskar Schlemmer, Werner Jackson, Xanti Schawinsky, Hermann Clemens Röseler);Bauhaus-Archiv Berlin/ © T.Lux Feininger

T. Lux Feininger zum 100. Geburtstag

9. Juni bis 8. November 2010

T. Lux Feininger gehört zu den einflussreichsten Fotografen am Bauhaus. Der jüngste Sohn des Bauhaus-Meisters Lyonel Feininger dokumentierte seit 1926 die Arbeit der Bühnenklasse und gestaltete mit seinen bewussten fotografischen Inszenierungen die mediale Wirkung des Bauhauses mit. Den Umgang mit der Kamera brachte er sich selbst bei. Als einer der letzten Zeitzeugen des Bauhauses begeht T. Lux Feininger am 11. Juni 2010 seinen 100. Geburtstag. Zu diesem runden Jubiläum würdigt das Bauhaus-Archiv Berlin den Bauhäusler innerhalb der Ständigen Sammlung mit einer kleinen Hommage aus 17 Fotografien, die vom 9. Juni bis 8. November 2010 zu sehen sind.

 

Lucia Moholy, Portrait Lázló Moholy-Nagy mit Hand, 1926, Bauhaus-Archiv Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn

VON KUNST ZU LEBEN. Die Ungarn am Bauhaus

01.12.2010 - 21.02.2011

Unter den Ausländern am Bauhaus stellten die Ungarn mit ca. 25 Landsleuten die drittstärkste nationale Gruppe dar – allein aus dem südungarischen Pécs stammten sieben Bauhäusler. Die Ungarn waren nicht nur in allen künstlerischen Bereichen der Schule vertreten, sondern nahmen dort auch wichtige, Impuls gebende Positionen ein. Zu den bekanntesten unter den ungarischen Bauhäuslern zählen László Moholy-Nagy und Marcel Breuer.

Der politisch engagierten Avantgarde zugehörig, verließen viele Ungarn nach dem Sturz der Räterepublik 1919 ihre Heimat. Im internationalen künstlerischen Milieu der Metropole Berlin sowie am Bauhaus – in Weimar und Dessau – fanden sie neue Wirkungsfelder. Die Ausstellung VON KUNST ZU LEBEN. Die Ungarn am Bauhaus untersucht den Einfluss der Ungarn auf den Kurswechsel der Schule hin zur Einheit von Kunst und Technik. 270 Werke der ungarischen Bauhäusler werden vom 1. Dezember 2010 bis 21. Februar 2011 in allen Räumen des Museums präsentiert.

Hajo Rose, Joseph Thain auf der Bauhaus-Terrasse, 1932, Silbergelatinepapier, Bauhaus-Archiv Berlin,© VG Bild-Kunst, Bonn

Hajo Rose, Joseph Thain auf der Bauhaus-Terrasse, 1932, Silbergelatinepapier, Bauhaus-Archiv Berlin,© VG Bild-Kunst, Bonn

Hajo Rose. Bauhaus Foto Typo

15.09.2010 – 08.11.2010

„Endlich ein Haus aus Stahl und Glas!“ So begeisterte sich Hajo Rose (1910 – 1989) für das Dessauer Bauhaus-Gebäude, als er dort 1930 sein Studium begann. Zeit seines Lebens vertrat Rose die Ideen und Methoden des Bauhauses, als Dozent an Hochschulen in Amsterdam, Leipzig und Dresden, sowie als Künstler und Fotograf. Anlässlich seines 100. Geburtstages zeigt das Bauhaus-Archiv Berlin die erste umfassende Einzelausstellung des Bauhäuslers, der mit den verschiedensten Materialien und Techniken experimentierte.Hajo Roses Fotomontage eines Selbstportraits vor der Fassade des Dessauer Bauhauses und seine an der Schreibmaschine gestallteten Entwürfe für Stoffdruckmuster stehen exemplarisch für den außergewöhnlichen Ideenreichtum des Künstlers.

Unmittelbar vor der Schließung der Schule 1933 erhielt Hajo Rose eines der letzten Bauhaus-Diplome und emigrierte 1934 in die Niederlande, wo er als Werbegrafiker arbeitete und an der Amsterdamer "Nieuwe Kunstschool" unterrichtete. Sein Plakat „Amsterdam“ wurde auf der Weltausstellung in Paris 1937 mit einem Preis ausgezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er seine Arbeit als Gebrauchsgrafiker, Fotograf und Lehrer in Dresden und Leipzig fort.

Die Ausstellung richtet den Fokus auf seine Zeit am Bauhaus und in Amsterdam und gibt einen Ausblick auf sein späteres Werk. Zu sehen sind ca. 80 Arbeiten aus den Bereichen Fotografie und Typografie.

Zufall, Design: Ingo Maurer und Team 2008, Foto: Tom Vack

Zufall, Design: Ingo Maurer und Team 2008

Lieferung mit Leuchtmittel - Licht von Ingo Maurer

04.06.2010 – 30.08.2010

Seit vier Jahrzehnten arbeitet Ingo Maurer mit Licht. Für jede Situation und jedes Bedürfnis bietet der 1932 geborene »Lichtpoet« ungewöhnliche Leuchten und Lichtsysteme an, die er in seiner eigenen Manufaktur entwickelt und produziert. Oft erhebt Ingo Maurer das Leuchtmittel selbst zum Gegenstand seiner Entwürfe – wie beim Modell »Bulb« (1966). Einfallsreich kämpft er daher auch gegen das durch die EU erlassene Verkaufsverbot der Glühlampe, u.a. mit einem Silikonüberzieher, dem sog. »Euro Condom«. Unsere Ausstellung widmet sich neben diesem Thema auch seinen bekanntesten und neusten Arbeiten, die von Maurer und seinem Team eigens in Szene gesetzt werden. Für sein Lebenswerk erhält Ingo Maurer dieses Jahr den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland. Seine Website wurde 2003 mit dem reddot design award für »hohe Designqualität« ausgezeichnet.


Holzsandalen

Holzsandalen

Urushi-Schalenset

Urushi-Schalenset

Katachi

Die leise Form aus Japan

03.03.2010 – 02.05.2010

Leuchten und Fächer, Schalen und Teedosen: Die in Kooperation mit dem Museum für Angewandte Kunst Frankfurt entstandene Ausstellung zeigt hundert Beispiele zeitgenössischen Produktdesigns aus Japan. Manche dieser Gegenstände werden seit Jahrhunderten fast unverändert hergestellt, andere interpretieren traditionelle Vorbilder neu. Auch ihre Materialien - Holz, Lack, Eisen, Bambus, Keramik oder Papier - stehen in einer langen Tradition. Handwerkliche Virtuosität und Sensibilität für das Material, eine schlichte, auf das Wesentliche reduzierte Form und absolute Funktionalität geben diesen Dingen ihre zeitlose Ästhetik: "Katachi" - eine faszinierende Verbindung von Design und Handwerk, von Tradition und Gegenwart.