

Hajo Rose. Bauhaus Foto Typo
15. September – 8. November 2010
im Bauhaus-Archiv Berlin
Eröffnung: 14.09.2010, 19 Uhr
Pressemitteilung, 30. Juni 2010
„Endlich ein Haus aus Stahl und Glas!“ So begeisterte sich Hajo Rose (1910 – 1989) für das Dessauer Bauhaus-Gebäude, als er dort 1930 sein Studium begann. Zeit seines Lebens vertrat Rose die Methoden des Bauhauses: als Dozent an Hochschulen in Amsterdam, Dresden und Leipzig sowie als Künstler und Fotograf. Anlässlich seines 100. Geburtstages zeigt das Bauhaus-Archiv Berlin vom 15. September bis 8. November 2010 die erste umfassende Retrospektive des Bauhäuslers mit 80 Arbeiten aus den Bereichen Fotografie und Typografie.
Hajo Rose experimentierte mit den verschiedensten Materialien und Techniken. Die Fotomontage seines Selbstportraits kombiniert mit dem Dessauer Bauhaus-Gebäude (um 1930), der Surrealismus seiner Fotografie „Seemannsbraut“ (1934) sowie die Stoffdruckmuster (1932), die er mit der Schreibmaschine gestaltete, stehen exemplarisch für den außergewöhnlichen Ideenreichtum des Künstlers. Auch an einer Werbekampagne für Jenaer Glas wirkte er mit – dieses erste herdtaugliche Haushaltsglas stand für modernes Produktdesign und zählt bis heute zu den Küchen-Klassikern.
Unmittelbar vor der Schließung des Bauhauses erhielt Hajo Rose als einer der letzten sein Abschlussdiplom. Die nachfolgenden Stationen prägten seine Biographie, die ein besonderes Beispiel für die Migrationsgeschichte vieler Bauhäusler nach 1933 darstellt: Nach einjähriger Assistenz im Berliner Büro von László Moholy-Nagy emigrierte Hajo Rose 1934 gemeinsam mit seinem Bauhaus-Kollegen Paul Guermonprez in die Niederlande. Dort arbeitete er als Werbegrafiker und unterrichtete an der Amsterdamer "Nieuwe Kunstschool“. Auf der Weltausstellung in Paris 1937 wurde sein Plakat „Amsterdam“ ausgezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Rose als Gebrauchsgrafiker, Fotograf und Lehrer in Dresden und Leipzig tätig. Auch in der damaligen DDR setzte er sich für die Ideen des Bauhauses ein, das dort bis Mitte der 1960er Jahre als bourgeois und formalistisch galt. Rose trat aus der SED aus und nahm den Verlust seiner Tätigkeit als Dozent in Kauf. Fortan arbeitete er als einer der wenigen freiberuflichen Grafiker in der DDR. Im Alter von 79 Jahren verstarb Hajo Rose – kurz vor dem Mauerfall.
Die Ausstellung „Hajo Rose. Bauhaus Foto Typo“ richtet den Fokus auf seine Zeit am Bauhaus und in Amsterdam und gibt einen Ausblick auf sein späteres Werk.
Pressefotos stellen wir gern auf Anfrage zur Verfügung.
Programm zur Ausstellung:
Bauhaus_Sonntagsführung:
15. September – 8. November 2010
jeden Sonntag um 14 Uhr:
kostenlose Bauhaus_Sonntagsführung
durch die Sammlung Bauhaus und die Hajo Rose-Ausstellung
Bauhaus_Brunch
Brunch und Führung durch die Hajo Rose-Ausstellung mit der Kuratorin Ulrike Staroste
Sonntag, 31.Oktober 2010, 11-13 Uhr
Kosten: 19 € (Brunch, Eintritt und Führung)
Teilnahme nur nach Anmeldung: 030/254 002-43, b.mees[at]bauhaus.de

T. Lux Feininger zum 100. Geburtstag
Pressemitteilung, 8. Juni 2010
T. Lux Feininger gehört zu den einflussreichsten Fotografen am Bauhaus. Der jüngste Sohn des Bauhaus-Meisters Lyonel Feininger dokumentierte seit 1926 die Arbeit der Bühnenklasse und gestaltete mit seinen bewussten fotografischen Inszenierungen die mediale Wirkung des Bauhauses mit. Den Umgang mit der Kamera brachte er sich selbst bei. Als einer der letzten Zeitzeugen des Bauhauses begeht T. Lux Feininger am 11. Juni 2010 seinen 100. Geburtstag. Zu diesem runden Jubiläum würdigt das Bauhaus-Archiv Berlin den Bauhäusler innerhalb der Ständigen Sammlung mit einer kleinen Hommage aus 17 Fotografien, die vom 9. Juni bis 8. November 2010 zu sehen sind.
T. Lux Feininger sah sich nicht als Fotograf, sondern als Maler und komponierte seine Fotos wie ein solcher: Auf den ersten Blick sehen seine Fotografien wie Schnappschüsse aus, erst beim genaueren Hinsehen erkennt man eine exakte Bildsprache, die Ungezwungenheit und Spontaneität suggeriert. T. Lux Feininger beherrschte dies wie kein anderer und so wurden seine Fotos unverzichtbarer Bestandteil der Bauhaus-Geschichte.
Für die Bauhaus-Kapelle fertigte er eine Reihe von Werbefotos an, die ihr Selbstverständnis, keine der üblichen Tanzkapellen zu sein, hervorheben. Nach intensivem Üben von Klarinette und Banjo, gelang es ihm, auch als Musiker Teil der Truppe zu werden.
Als T. Lux Feininger 1936 nach New York übersiedelte ließ er sein gesamtes Negativmaterial zurück. Das Bauhaus-Archiv Berlin sammelt seit vielen Jahren Fotos von T. Lux Feininger aus seiner Zeit am Bauhaus: Die kleine Hommage zum 100. Geburtstag zeigt davon eine besondere Auswahl.
Ausstellungsvorschau:
VON KUNST ZU LEBEN
Die Ungarn am Bauhaus
01.12.10 – 21.02.2011
Das Jahresprogramm 2010 steht Ihnen als Download (PDF) zur Verfügung.
Sollten Sie zusätzliche Informationen benötigen, nehmen Sie bitte direkt mit Gudrun Herz, Tel: 030/254 002-47, E-Mail: presse[at]bauhaus.de Kontakt auf.
