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Hans M. Wingler (li.) und Walter Gropius (re.) Eröffnungsfeier des Bauhaus-Archivs in Darmstadt, 1961
Hans M. Wingler (li.) und Walter Gropius (re.) Eröffnungsfeier des Bauhaus-Archivs in Darmstadt, 1961

Zur Geschichte des Bauhaus-Archivs

Das Bauhaus-Archiv wurde 1960 von Hans Maria Wingler in Darmstadt gegründet, um der nach 1933 in alle Welt verstreuten materiellen Erbschaft des Bauhauses ein neues Domizil zu geben. Unterstützt von Walter Gropius und anderen Bauhaus-Angehörigen, begann das Bauhaus-Archiv 1961 im Ernst-Ludwig-Haus auf der Darmstädter Mathildenhöhe seine Bauhaus-Sammlung anzulegen. Zugleich wurden zahlreiche, von Katalogen begleitete Ausstellungen veranstaltet. 1968 trug das Bauhaus-Archiv zu der international stark beachteten Ausstellung '50 Jahre Bauhaus' wesentlich bei. Die Sammlung war inzwischen so stark angewachsen, daß man an ein eigenes Museumsgebäude dachte, für welches der Bauhaus-Gründer Walter Gropius die Entwürfe lieferte. Das Vorhaben, dieses Museum in Darmstadt zu errichten, scheiterte zwar, doch fand sich schließlich das Land Berlin bereit, das Bauhaus-Archiv zu übernehmen und die finanziellen Mittel sowie das Grundstück für ein Museumsgebäude zur Verfügung zu stellen.

1971 übersiedelte das Institut nach Berlin, wo es zunächst in der Charlottenburger Schloßstraße eine Unterkunft fand. Die Sammlung erweiterte sich ständig und wurde unter wechselnden Aspekten ausgestellt. 1976 wurde der Grundstein für das eigene Museumsgebäude gelegt, ein Ereignis, an dem noch einmal zahlreiche Bauhaus-Angehörige aus aller Welt teilnahmen. Bis 1978 war das Gebäude fertiggestellt, das man 1979 bezog.

Die Ausstellungs- und Wirkungsmöglichkeiten des Bauhaus-Archivs waren nunmehr wesentlich verbessert. Neben der ständigen Schausammlung, welcher der größere Teil der Ausstellungsfläche diente, konnten umfassende Sonderausstellungen gezeigt werden. Sie waren sowohl den bedeutenden Bauhaus-Künstlern (z.B. Wassily Kandinsky, Paul Klee, Johannes Itten, Georg Muche oder Herbert Bayer) und den Bauhaus-Architekten (Walter Gropius, Marcel Breuer, Hannes Meyer, Ludwig Mies van der Rohe) gewidmet als auch den spezifischen Bauhaus-Werkbereichen (z.B. Keramik, Metall, Fotografie oder Reklame). Eine große Ausstellung galt 1993 dem Schaffen von Henry van de Velde. Gastausstellungen des Bauhaus-Archivs (z.B. 1988 im Bauhaus Dessau oder 1995 in Tokyo) verschafften der Sammlung auch außerhalb ihres angestammten Platzes Beachtung; umgekehrt waren bedeutende Ausstellungen (z.B. 1983 zur Vorstellung des Busch-Reisinger-Museums der Harvard University Art Museums oder 1987 zur Ulmer Hochschule für Gestaltung) in Berlin zu Gast.

In zunehmendem Umfang widmet sich das Bauhaus-Archiv neben seinen historischen Themen aus dem Umkreis des Bauhauses auch aktuellen Fragestellungen zur zeitgenössischen Architektur und zum Design.