Walter Gropius, Alex Cvijanovic und Hans Bandel, Bauhaus-Archiv Berlin (1976-79), Rohbau am Tag des Richtfests, 10. Juni 1977

Geschichte

Nach der Schließung des Bauhauses im Jahr 1933 hatte sich dessen materielles Erbe in alle Welt verstreut. So gründete der deutsche Kunsthistoriker Hans Maria Wingler 1960 das Bauhaus-Archiv mit dem Ziel, eine Sammlung zum Thema Bauhaus aufzubauen. Unterstützt wurde er von Walter Gropius und anderen ehemaligen Bauhaus-Angehörigen. Der Name „Bauhaus-Archiv“ war Programm, denn eine Musealisierung, verstanden als Aufbewahrung von etwas Abgeschlossenem, war zunächst nicht das Ziel. Vielmehr sollte die Sammlung als Ideenreservoir für etwas Fortwirkendes dienen.

1961 erhielt das Bauhaus-Archiv im Ernst-Ludwig-Haus auf der Darmstädter Mathildenhöhe sein erstes Domizil. Das Haus veranstaltete schon damals zahlreiche, von Katalogen begleitete Ausstellungen. Im Jahr 1968 trug es maßgeblich zur international stark beachteten Ausstellung 50 Jahre Bauhaus bei. Die Sammlung war inzwischen so stark angewachsen, dass man ein eigenes Museumsgebäude plante. Der Bauhaus-Gründer Walter Gropius lieferte die Entwürfe dafür. Doch nicht Darmstadt, sondern das Land Berlin fand sich schließlich bereit, die Institution zu übernehmen und ein passendes Grundstück sowie finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.

In Berlin bezog das Bauhaus-Archiv zunächst 1971 in der Charlottenburger Schlossstraße sein Quartier. 1976 wurde der Grundstein für das eigene Museumsgebäude gelegt. Zahlreiche ehemalige Bauhaus-Angehörige aus aller Welt nahmen an diesem Festakt teil. 1979 erfolgte der Einzug. Das Bauhaus-Archiv, nun umbenannt in Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, hatte von da an deutlich bessere Ausstellungs- und Wirkungsmöglichkeiten. Neben einer ständigen Ausstellung präsentierte es umfassende Sonderausstellungen zu bedeutenden Künstlern – wie Wassily Kandinsky, Paul Klee, Johannes Itten, Georg Muche oder Herbert Bayer – und zu den Architekten Walter Gropius, Marcel Breuer, Hannes Meyer, Ludwig Mies van der Rohe, die am Bauhaus unterrichteten. Auch spezifische Bauhaus-Werkbereiche – wie Keramik, Metall, Fotografie oder Reklame – wurden nun eingehender erforscht und vorgestellt.

Inzwischen gehört das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung zu den international beachteten Museen. Dazu trugen nicht nur zahlreiche Gastausstellungen bei, sondern insbesondere auch jene, die das Bauhaus-Archiv Berlin unter seinem Dach zeigte. Neben den historischen Themen aus dem Umkreis des Bauhauses widmet sich das Bauhaus-Archiv Berlin zunehmend auch aktuellen Fragestellungen zur zeitgenössischen Architektur und zum Design.