Bauhaus-Archiv Lab_2010
Das Bauhaus-Archiv Berlin / Museum für Gestaltung strebt bis zum Jahr 2010, anläßlig des 50. Gründungsjubiläums seiner Gründung 1960, eine erhebliche Vergrößerung an. Dazu wird der von Walter Gropius entworfene, 1979 eingeweihte und inzwischen unter Denkmalschutz stehende Bau am Berliner Landwehrkanal erweitert. Dieser Ort wird frei nach der Vision von Walter Gropius wieder zum Laboratorium für Architektur und Design. <<Bauen ist das Gestalten von Lebensvorgängen.>> Diesem Leitgedanken von Walter Gropius folgt das Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung mit der Initiative: <<Bauhaus-Archiv Lab_2010>>. Ein Team, das in den nächsten Jahren das strategische und konzeptionelle Fundament für den dringend notwendigen Erweiterungsbau legen wird. Es gibt viel zu tun: Kooperationen und Vernetzungen müssen erweitert werden, um zielgerecht Sponsorengelder zu aquirieren.
Zu diesem Vorhaben gibt es die Broschüre "Bauhaus-Archiv Lab_2010, workbook_1". Möchten Sie mehr über das Bauhaus-Archiv Lab_2010 erfahren, lesen Sie hier Auszüge aus dem workbook_1. Die Broschüre ist an der Museumskasse zum Preis von 3,50 Euro erhältlich (Mitgliederpreis 3 Euro)
Eine gekürzte Version des workbook_1 können Sie hier einsehen.


Projekt
Das 1979 nach Plänen von Walter Gropius eröffnete Gebäude des Bauhaus-Archivs Berlin / Museum für Gestaltung ist nach 26 Jahren viel zu klein für die weltweit größte Sammlung zum Bauhaus und das umfangreiche Archiv geworden. Weitaus mehr Besucher kommen jährlich zu den Ausstellungen als ursprünglich angenommen. Um einen modernen Museums- und Archivbetrieb für die Zukunft zu gewährleisten, muß unser Haus erweitert werden.
Als erste Maßnahme hat das Bauhaus-Archiv einen eingeladenen kooperativen Wettbewerb unter den folgenden sechs Architekturbüros ausgeschrieben: Diener & Diener (Basel), Nägeli Architekten (Berlin), SANAA (Tokio), Sauerbruch & Hutton (Berlin), UN Studio (Amsterdam), Volker Staab (Berlin). Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Wolfgang Lorch (Saarbrücken) hat am 3. November 2005 die Arbeit des japanischen Büros SANAA mit dem ersten Rang und die Entwürfe von Diener & Diener wie auch von Sauerbruch & Hutton jeweils mit einem dritten Rang ausgezeichnet.



SANAA, Tokio - 1. Rang
Wettbewerbsergebnis
Das Projekt schlägt einerseits eine bauliche Struktur, andererseits eine Strategie für das Gelände vor, wodurch das existierende Gebäude des Bauhaus-Archivs im Kern unangetastet bleibt und auch der Grünflächenanteil weitgehend erhalten wird. Da das Investorengebäude als Solitär ausgebildet wird, läßt sich ein Abverkauf eines Grundstückteils problemlos realisieren.
Die Jury äußerte Bedenken, ob das Bauhaus-Archiv in der Wahrnehmung aus der Richtung der Herkulesbrücke isoliert und das Investorengebäude zu bestimmend sein könnte. Über die unterirdische Anlage der Museumserweiterung fand zuerst eine kontroverse Diskussion statt, doch erkannte man das große Potential des Grundrisses und auch die Qualitäten der damit verknüpften Lichtführung. Der Abriß der Rampe und die Öffnung der Gartenanlagen beseitigt denkmalgeschützte Gestaltungselemente, die aus der örtlichen Anpassung des Entwurfes resultieren. Dies erscheint gerechtfertigt, da durch den Entwurf eine neue städtebauliche Einbindung mit einer Freistellung des Kernbaues erreicht wird. Ferner sollten in einer weiteren Bearbeitung die Eingänge des Museums eindeutiger und auffindbarer werden.
Der Entwurf erlaubt dem Bauhaus-Archiv, sein Bestandsgebäude hinsichtlich der Fenstersituation wieder zu öffnen und einer neuen Funktion zuzuführen. Die urbanistische Präzision in der Positionierung des Solitärs ist eine wesentliche Qualität des Entwurfes. Dieser komplettiert die bereits vorhandene Struktur des Vorhandenen, sowohl hinsichtlich der Bebauung - Von-der-Heydt-Villa und Bauhaus-Archiv -, als auch hinsichtlich der Erhaltung einer Fortschreibung der grünen Insellage zwischen Von-der-Heydt-Straße und Landwehrkanal. Darüber steht der Investoren-Solitär in Bezug zur Herkulesbrücke und zum Lützowplatz. Die Separierung von Investorengebäude und Bestandsgebäude des Bauhaus-Archivs wird als positiv beurteilt, da sich daraus für beide Partner Potentiale ergeben. Der Lösungsansatz des Entwurfes überzeugt gleichermaßen für das Museum und durch die gelungene Positionierung der Baukörper aus städtebaulicher Sicht.
Hinsichtlich der Museumskonzeption lobt die Jury die Qualität des Rundgangs und die funktionale Anbindung an die vorhandenen Magazinräume. Es entstehen sowohl große und unterteilbare Räume, sowie kleinteilige Galerien, die eine große Bandbreite an Möglichkeiten für die Bespielung zulassen. Eine ausgewogene, angemessene Lösung mit großem Entwicklungspotential.
Empfehlung der Jury
Die Jury empfiehlt dem Auslober einstimmig, dieses herausragende, dem Ort und der Aufgabe entsprechende Konzept der weiteren Bearbeitung zugrunde zu legen.

"An der Klingelhöfer Straße bilden wir ein Volumen und markieren einen städtischen Punkt. Die Positioniereung und die leichte Verdrehung des Baukörpers verweisen auf das Bauhaus-Archiv. Durch den Abbruch der vorhandenen Rampe ist die Halle nicht nur Eingangsbereich sondern wird der zentrale Ort des Gesamtensembles. Die neuen Eingangspavillions stehen als seperate Baukörper auf der Freifläche zum Landwährkanal orientiert."
Ausgewählte Projekte
| 2003 | Zollverein School of Management and Design, Essen |
| 2003 | Novartis Campus, Basel |
| 2003 | Naoshima Ferry Terminal, Kagawa |
| 2000 | Samll House, Tokio |
| 2000 | Day-Care Center, Yokohama |
| 1998 | Stadttheater, Almere |
| 1995-1996 | Pachinko Parlor III, Hitachi, Ibaraki |
| 1993 | Pachinko Parlor II, Naka, Ibaraki |
| 1993-1994 | House - Y |
| 1992-1994 | Villa in the Forest |
| 1993-1994 | Polizeistation, Chofu, Tokio |
| 1991-1993 | Pachinko Parlor I, Hitachi, Ibaraki |
| 1990-1991 | Frauenwohnheim, Saihunka Seiyaku |
| 1988-1990 | Plattform II, Yamanashi |
| 1987-1988 | Plattform I, Katsuura, Chiba |
Museumsbauten Ausstellungsgestaltung
| 2005 | Valencia Institute of Modern Art, Spanien |
| 2005 | Contemporary Art Museum, Kanazawa, Japan |
| 2003 | New Museum of Contemporary Art, New York |
| 2001 | Toledo Museum oft Art Glass Pavilion, Ohio, USA |
| 1997 | N-Museum, Wakayama |
| 1997-2001 | Museum für Zeitgenössische Kunst, Syndey |
| 1995-1999 | O-Museum Lida, Nagano Prefecture |
| 1994 | Award Architecture of the Year |
| 1994 | First Prize, Commercial Space Design Award |
| 1992 | Award J.I.A. "Young Architect of the Year" |
| 1990 | SD Review |
| 1989 | The Yosioka Prize |
| 1988 | SD Review |

