Punkt. Linie. Fläche.

Druckgraphik am Bauhaus. Zum 80. Gründungsjubiläum des Bauhauses

30. Oktober 1999 bis 27. Februar 2000

Der Gegenstand dieser Ausstellung ist die künstlerische Druckgraphik des Bauhauses. Gezeigt werden erstmals sämtliche zwischen 1919 und 1925 in der Druckerei der Weimarer Schule hergestellten Mappenwerke sowie zahlreiche Einzelblätter der Bauhauslehrer Feininger, Kandinsky, Klee, Marcks, Moholy-Nagy, Muche, Schlemmer und Schreyer, die das ganze Spektrum künstlerischer Tendenzen am Bauhaus widerspiegeln. Hinzu kommen Ausschnitte aus dem graphischen Schaffen der Schüler, das bisher weitgehend unbekannt geblieben ist und manche Neuentdeckung verspricht. Daß die Druckgraphik auch als Medium der Werbung eingesetzt wurde, dokumentiert die Serie der Bauhaus-Postkarten, die als originalgraphische Miniaturen weite Verbreitung fanden.

Einen besonderen Höhepunkt bildet die komplette Präsentation des fünfteiligen Mappenwerks "Neue Europäische Graphik", mit dem das Bauhaus den Anspruch verband, erstmals alle wichtigen Strömungen der internationalen Avantgarde in einer graphischen Edition zusammenzuführen. Die Namen der Beteiligten - von Chagall bis Schwitters, von de Chirico bis Kokoschka, von Archipenko bis Severini - machen den Rang dieses Kompendiums zur Künstlergraphik des frühen zwanzigsten Jahrhunderts deutlich.

Die nur in Berlin gezeigte Ausstellung umfasst über 300 Blätter, wobei weitgehend auf die einzigartigen Bestände des Bauhaus-Archivs zurückgegriffen werden kann. Leihgaben aus bedeutenden Museen und Privatsammlungen kommen hinzu. In dieser Vollständigkeit wird die Bauhaus-Graphik wohl nie wieder zu sehen sein. Der alle gezeigten Arbeiten abbildende Katalog soll als Handbuch auch über die Ausstellung hinaus Gültigkeit behalten.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog mit 450 zum Teil farbigen Abbildungen.

Im Brennpunkt der Moderne

Mies van der Rohes Haus Tugendhat

10. August bis 10. Oktober 1999

Das Haus Tugendhat in Brünn von Ludwig Mies van der Rohe zählt zu den Schlüsselwerken der Architektur des 20. Jahrhunderts. Es ist einer der radikalsten Beiträge zur Wohnform der Moderne. Erbaut zwischen 1929 und 1930 für das Unternehmerehepaar Tugendhat, wurde es zum Auslöser einer vehement geführten Diskussion um deren Zielsetzung.

Bekannt wurde das Haus durch Aufnahmen, die es kurz vor Fertigstellung zeigt. Durch sie ist es heute noch in allen Veröffentlichungen präsent. Das Haus hat trotz einiger schwer wiegender Eingriffe die Zeit im Kern weitgehend unbeschadet überstanden. Dagegen galten sämtliche noch im Haus befindlichen Möbel seit der deutschen Okkupationszeit bis auf wenige Exemplare als verschollen.

Die 1938 emigrierte Familie konnte jedoch wichtige Teile der ursprünglichen Einrichtung über die Zeit der Emigration hinweg retten. Hierbei handelt es sich durchweg um Unikate, die, im Gegensatz zu den ebenfalls für Brünn entworfenen Stahlstühlen und -sesseln, niemals in Serienproduktion gegangen sind.

Der Amateurfotograf Fritz Tugendhat fertigte bis 1938 eine Vielzahl von Aufnahmen. Sie geben Einblick in das tägliche Leben der Bewohner und ihren Umgang mit dem Haus. Sie belegen auch die enge Symbiose von Architektur und Natur, wie sie Mies van der Rohe in Zusammenarbeit mit der Gartenarchitektin Grete Roder anstrebte und die unserem Verständnis einer "weißen Moderne" nicht entspricht.

Die Ausstellung hat aus den vielen verstreuten Originalen die wichtigsten ausgewählt, um ein möglichst vielschichtiges Bild dieses einmaligen Gebäudes zu vermitteln. Das Haus Tugendhat ist heute als Museum der Stadt Brünn unterstellt und von Mittwoch bis Sonntag zu besichtigen.

Zur Ausstellung erschien ein umfangreicher Katalog und ein broschierter Architekturführer.

Max Peiffer Watenphul

Ein Maler fotografiert Italien 1927 bis 1934

16. Juni bis 10. Oktober 1999

Max Peiffer Watenphul, Bauhaus-Studierender der frühen Weimarer Jahre, ist vor allem als Maler bekannt, als subtiler Interpret südlicher Landschaften mit Zypressen und Pinien unter italienischem Himmel und südlicher Städte mit antiken Trümmern, Tempelresten, Säulen und Figuren. Den Künstler-Kolonien in Positano und auf Ischia gehörte seine Liebe, den Städten wie Rom und Florenz, später dann Venedig. Mit seinen Bildern und deren Farbigkeit und Transparenz hat der Künstler wie wenige andere im zu Ende gehenden Jahrhundert der deutschen Italiensehnsucht einen unverwechselbaren Ausdruck verliehen.

Daß Peiffer Watenphul auch fotografierte, ist demgegenüber weniger geläufig. Er nutzte das Medium, welches er während seiner Lehrtätigkeit an der Essener Folkwangschule 1927-31 technisch kennengelernt hatte, extensiv bei einem Aufenthalt in der Villa Massimo 1931/32, der für sein weiteres Leben und Schaffen entscheidend werden sollte. "Vorläufig nehme ich erst einmal auf", notiert er zu seinen Wanderungen durch Rom und die Campagna, was man in orientierendem Sinne verstehen kann, aber auch in dem Nebensinn der Fotografie. Denn er fotografierte nach eigener Auskunft damals viel.

Gegenstände seiner italienischen Fotografien sind, wie bei seinen Bildern, die Landschaften und die Stadt, bei seinen römischen Aufnahmen, die im Mittelpunkt unserer Ausstellung stehen, vor allem die ihn ungeheuer faszinierenden Hinterlassenschaften des Altertums. Sie hielt er in einer Reihe sorgfältig komponierter, sehr bildhafter und atmosphärisch dichter Fotografien fest. Ähnliches gilt auch für die Serie von Porträts, welche einen zweiten Schwerpunkt der Ausstellung bilden. Peiffer Watenphul porträtierte, oft in transvestitischer Umdeutung der Geschlechter, vor allem seine Künstlerfreunde.

Ob Peiffer Watenphul in seinen Fotografien mehr sah als eine "Spielerei neben dem Malen" und eine Möglichkeit, Geld zu verdienen, ist schwer auszumachen. Nicht ohne Erfolg hatte er versucht, seine Aufnahmen an Bilderdienste zu verkaufen und in Zeitschriften zu publizieren, auch ein Rom-Buch war geplant, kam aber nicht zustande. In späteren Jahren hat er, abgesehen von persönlichen Aufnahmen im Familien- und Freundeskreis, nicht mehr fotografiert. So bleiben die Bilder der Jahre 1927-1934 ein höchst interessantes Beispiel für die Möglichkeiten subjektiver künstlerischer Fotografie.

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Was nützt es

Der Museums-Shop - Design vom Bauhaus bis heute

8. Juni 1998 bis 1. August 1999

Im Bauhaus-Archiv finden Sie einen der ältesten und zugleich erfolgreichsten Museumsshops Deutschlands. Die Bauhaus-Archiv GmbH, die diesen Shop betreibt besteht seit 25 Jahren; im März 1974 wurde sie gegründet. Vom Aschenbecher bis zum Hocker bietet der Museumsshop mehr als 200 Objekte der Designgeschichte. International bekannte und ausgezeichnete Designobjekte finden sich ebenso wie Metallarbeiten, die nach Originalen aus der Sammlung des Bauhaus-Archivs hergestellt werden. Eine Auswahl von 38 Produkten bieten wir Ihnen zum online-bestellen im Bauhaus-Shop.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Objekten aus dem Verkaufsprogramm. An ihnen wird vorgeführt, was sie auszeichnet: Gebrauchswert, industrielle Herstellung und Material. Durch die Vielfalt der Objekte ergibt sich ein Gang durch die Designgeschichte von den 20er Jahren bis zur Gegenwart.

Zahlreiche Kataloge und Plakate des Museums und viele Ankäufe von Bauhausobjekten konnten durch die Arbeit der GmbH ermöglicht werden. Einige dieser Ankäufe werden ebenfalls gezeigt.

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In der Vollendung liegt die Schönheit

Zum 100. Geburtstags des Bauhaus-Meisters Alfred Arndt

31. März bis 31. Mai 1999

Die Sonderausstellung Alfred Arndt - zum 100. Geburtstag des Bauhaus-Meisters würdigt einen Künstler, dessen Leben und Werk bisher im Schatten seiner berühmten Kollegen stand. Dennoch war Arndt seit 1921 bis 1932 mit dem Bauhaus verbunden, zunächst als Studierender, nach einer Zeit als freier Architekt, seit 1929 bis zur Schließung des Bauhaus-Dessau als Meister. Dort wirkte er als Leiter der Ausbau-Abteilung, speziell der Möbelwerkstatt, zeitweilig auch der Wandmalerei-Werkstatt.

In den späteren Jahren war Arndt als Reklame-Gestalter, nach 1945 vor allem als Architekt tätig. Die Ausstellung des Bauhaus-Archivs wird die Vielseitigkeit seines Schaffens erstmalig in einer größeren Ausstellung präsentieren.

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Das Bauhaus webt

Die Textilwerkstatt des Bauhauses

16. September 1998 bis 31. Januar 1999

Die Ausstellung gibt den ersten umfassenden Überblick über die textile Arbeit des Bauhauses in seiner 14jährigen Existenz zwischen 1919 und 1933.

Von Anfang an hatte die Arbeit zwei Pole: den Gebrauchsstoff für Haus und Wohnung und das künstlerisch ambitionierte Einzelstück. Beide Typen werden in der Ausstellung dokumentiert. Erstaunlich viele der großen Teppiche, Wandbehänge, Flügeldecken, Jacquard-Stoffe und Doppelgewebe haben die Zeiten überdauert und können aus den Bauhaus-Sammlungen in Berlin, Dessau und Weimar gezeigt werden, darunter die wichtigsten Arbeiten von Anni Albers, Otti Berger, Ida Kerkovius, Benita Koch-Otte, Gunta Stölzl und Grete Reichardt. Wichtige künstlerische Impulse erhielten die Weberinnen durch Paul Klee im Rahmen seines Form- und Farbunterrichtes. Die Webereiwerkstatt war immer eine Domäne der Frauen.

Mit dieser Ausstellung wird die Reihe der Werkstatt-Ausstellungen (bisher Keramik, Metall, Fotografie, Typografie und Reklame) fortgesetzt.

Fagus Werk, Hauptgebäude von Südosten
Hauptgebäude von Südosten, Foto: Albert Renger-Patzsch, 1926

Fagus

Industriekultur zwischen Werkbund und Bauhaus

16. Juni bis 16. August 1998

Zwischen 1911 und 1925 erbauten Walter Gropius und Adolf Meyer in Alfeld an der Leine das Fagus Werk, das zu einem Ursprungsbau der Moderne wurde.

Grundlage der Ausstellung und der sie begleitenden Publikation bildet das vom Bauhaus-Archiv übernommene Fagus-Werksarchiv, das eine neue Sicht auf das Thema eröffnet. Behandelt wird nicht ausschließlich die wegweisende Architektur, sondern auch die reformerische Konzeption des Unternehmens in Forschung, Produktion und Unternehmenspräsentation. Gropius, Meyer und die Bauhaus-Werkstätten waren beauftragt, Möbel für Inneneinrichtungen zu entwerfen. Repräsentative Teile der Fabrik wurden durch die Malerwerkstatt gestaltet. Die grafische Gestaltung lag in den Händen von renommierten Grafikern wie Max Hertwig, Johannes Molzahn, Herbert Bayer und Theo van Doesburg.

Im Vordergrund steht das Fagus-Werk als "Gesamtkunstwerk", ein frühes Beispiel von "Corporate Identity". Erstmals gezeigt wird die Fotoserie von Albert Renger- Patzsch über das Fagus Werk von 1926, die unser Bild von diesem Werk mit formte.

Andreas Feininger

Photographs 1928 - 1988

11. März bis 1. Juni 1998

Andreas Feininger, ältester Sohn von Lyonel Feininger, gehört zu einer Künstlergeneration, die in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg die Fotografie als künstlerisches Medium für sich entdeckte und eine eigene fotografische Sehweise entwickelte. Klarheit, Einfachheit und Organisation sind für den Meisterfotografen die Grundprinzipien seiner Arbeit. Wie kaum ein anderer versteht er es, Bildinhalte mit strengen formalen Kriterien wie Perspektive und Komposition zu verknüpfen.

Fast zwanzig Jahre lang arbeitete Feininger für die amerikanische Zeitschrift "Life", die als Wegbereiter der zeitgenössischen Bildberichterstattung gilt. Geleichzeitig veröffentlichte er zahlreiche Fotolehrbücher, die zu Standardwerken geworden sind. Mit der gleichen Begeisterung, mit de Feininger in unzähligen Aufnahmen die Stadtlandschaft seiner Wahlheimat New York fotografierte, widmete er sich intensiven Naturstudien. Seine mikroskopischen Detailaufnahmen von Muscheln, Insekten, Holz und Steinen verleihen der Natur einen skulpturalen Charakter.

An der Bildauswahl der Ausstellung, mit der einer der bedeutendsten Fotografen unseres Jahrhunderts dargestellt wird, war Andreas Feininger selbst beteiligt.