# Lernraum

Was ist ein guter Lernraum? Wie ist er gestaltet und welche Möbel und Gebrauchsgegenstände finden sich darin? Damit beschäftigte sich eine Schülergruppe der Paula-Fürst-Schule gemeinsam mit dem interdisziplinären Architekturteam constructlab. Aufbauend auf Analysen des eigenen schulischen Umfelds gestalteten 35 Schüler zwischen vierter Klasse und Oberstufe im Rahmen einer Projektwoche den Lernraum nach eigenen Vorstellung. Wie im historischen Bauhaus produzierten sie in Holz-, Textil- und Keramikwerkstätten Möbel und Objekte. Im April zieht der Lernraum in das geräumte Bauhaus-Archiv und wird dort performativ und diskursiv bespielt. Anschließend kehrt er an die Paula-Fürst-Schule zurück und steht den Schülern zur selbstbestimmten Nutzung zur Verfügung.

Am Beginn des Prozesses stand eine Analyse der räumlichen Situation an der Paula-Fürst-Schule. Eingeflossen sind außerdem Erkenntnisse aus einem Vorbereitungsprojekt nach Design Thinking-Prinzipien, also gemeinschaftlicher, kreativitätsfördernder, iterativer Ideenfindung, sowie Grundriss-Studien mit Van Bo Le Menzel im Rahmen des Bauhaus Campus. In der Schule entwickelte eine altersübergreifende Schüler*innengruppe während einer fünftägigen Projektwoche einen Lernraum nach ihren eigenen Vorstellung und Bedürfnissen. Analog zum historischen Bauhaus konnte in einzelnen Werkstätten (die an der Gemeinschaftsschule vorhanden sind, aber lange ungenutzt waren) Modelle, Objekte und Möbel aus Holz, Textil und Keramik entworfen und eigenhändig gebaut werden. Ganz im Sinne der Philosophie von „constructLab“ waren das kollektive Arbeiten und der Umgang mit recycelten Materialien wichtige Lernerfahrungen. Als Ergebnis dieses partizipativen Gestaltungs- und Bauworkshops entstand eine möblierte Lernraum-Installation, die sich in einer üblicherweise für Kunstgut verwendeten Transportkiste verstauen lässt. Eine weitere Schülergruppe erarbeitete parallel dazu ein Ausstellungs- und Kommunikationskonzept. Am Ende der Projektwoche wurde der Lernraum der Schulleitung und später auch der Schulöffentlichkeit vorgestellt.

Im April 2018 beginnt die zweite Phase: Der von den Schüler*innen entwickelte Lernraum wird im Bauhaus-Archiv ausgestellt, das wegen des bevorstehenden Umbaus bereits leergeräumt ist. Im Museum, aus dem kurz zuvor alle Ausstellungsstücke in ebensolchen Transportkisten in sichere Depots verbracht worden sind, erweckt der Lernraum den Eindruck, er sei ein Exponat, das die Spediteure vergessen haben. Für zwei Wochen wird diese Installation dann dem Programm-Partnerschulnetzwerk und der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, um gemeinsam aus den unterschiedlichen Perspektiven zum Thema „Lernraum Museum“ in Dialog zu treten – mehrere interne und öffentliche Veranstaltungen sind geplant. Eine englisch untertitelte, filmische Dokumentation von Catrin Schmitt macht den Entstehungsprozess der Installation für Besucher erlebbar. Nach der Ausstellung kehrt der Lernraum wieder zurück an die Paula-Fürst-Schule und steht der Schülerschaft zur selbstbestimmten Nutzung zur Verfügung.

Paula-Fürst-Schule
Künstlerische Projektleitung: constructlab
Projektleitung Schule: Kirsten Zenns
Film: Catrin Schmitt
Bauhaus Agentin: Anja Edelmann

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