> startseite > Bauhaus 1919-1933 > Kunst > Licht-Raum-Modulator
László Moholy-Nagy, Licht-Raum-Modulator
László Moholy-Nagy, Licht-Raum-Modulator (Lichtrequisit einer elektrischen Bühne), 1922-1930, Rekonstruktion 1970, Stahl verchromt, Aluminium, Glas, Plexiglas, Holz, Abb. 1
László Moholy-Nagy, Licht-Raum-Modulator
Licht-Raum-Modulator, Abb. 2

Der "Licht-Raum-Modulator" von László Moholy-Nagy

Der "Licht-Raum-Modulator" wurde nach jahrelangen Vorarbeiten 1930 in Berlin unter Beteiligung eines Ingenieurs und eines Technikers ausgeführt. Das Original hat Moholy-Nagy bei seiner Emigration 1937 mit in die USA genommen, es befindet sich heute im Busch-Reisinger-Museum in Cambridge/Mass. Das Bauhaus-Archiv besitzt einen von zwei Nachbauten.

Moholy-Nagy selbst definierte diese kinetische Plastik, dieses Gesamtkunstwerk aus Farbe, Licht und Bewegung, das wie eine Synthese seiner künstlerischen Ideen erscheint, als "Apparat zur Demonstration von Licht- und Bewegungserscheinungen". 1930 wurde das "Lichtrequisit einer elektrischen Bühne" - so eine andere Bezeichnung - auf der Ausstellung des Deutschen Werkbundes in Paris gezeigt. Moholy-Nagy schrieb hierzu:

"Das Modell besteht aus einem kubischen Kasten [...] mit einer kreisrunden Öffnung (Bühnenöffnung) auf der Vorderseite. Um die Öffnung herum, auf der Rückseite der Platte, sind eine Anzahl gelb-, grün-, blau-, rot-, weißfarbiger elektrischer Glühbirnen montiert [...] Innerhalb des Kastens, parallel zu der Vorderseite, befindet sich eine zweite Platte, ebenfalls mit einer kreisrunden Öffnung, worauf auch um die Öffnung herum die verschiedenfarbigen elektrischen Glühbirnen montiert sind.

Einzelne Glühbirnen leuchten aufgrund eines vorbestimmten Planes an verschiedenen Stellen auf. Sie beleuchten einen sich kontinuierlich bewegenden Mechanismus, der teils aus durchsichtigen, teils aus durchbrochenen Materialien aufgebaut ist, um möglichst lineare Schattenbildungen auf der Hinterwand des geschlossenen Kastens zu erzielen. (Wenn die Vorführung in einem verdunkelten Raum vor sich geht, kann die Kastenrückwand entfernt und die Farben- und Schattenprojektion hinter dem Kasten auf einem beliebig großen Schirm vorgenommen werden.)"

In dieser Form war die Anlage als Mittelpunkt des "Raumes der Gegenwart" im Provinzialmuseum Hannover vorgesehen, den Moholy-Nagy zusammen mit dessen Direktor Alexander Dorner konzipiert hatte, aber nicht mehr realisieren konnte. 1930 hat er die Bewegungen und Lichteffekte des Apparates in seinem Film "Lichtspiel Schwarz-Weiß-Grau" festgehalten, und er schrieb er im gleichen Jahr: "Es ist sogar vorauszusehen, daß diese und ähnliche Lichtspiele durch Radio übertragen werden. Teilweise durch Fernsehprospekte, teilweise als reale Lichtspiele, indem die Empfänger selbst Beleuchtungsapparate besitzen, die von der Radiozentrale mit elektrisch regulierten Farbfiltern ferngelenkt werden."