Sitzende mit Bühnenmaske von Oskar Schlemmer im Stahlrohrsessel von Marcel Breuer

original bauhaus

6.9.2019 - 27.1.2020, Berlinische Galerie

Die Jubiläumsausstellung des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in Kooperation mit der Berlinischen Galerie

Was ist typisch Bauhaus? Wagenfeld-Leuchte, Breuer-Sessel oder Marianne Brandts Teeservice sind heute Markenzeichen der berühmten Hochschule für Gestaltung. Doch viele der Objekte, die als „original Bauhaus“ gelten, wurden erst nach dessen Schließung zu Ikonen. Das Bauhaus bestand in Deutschland nur 14 Jahre, seine Ideen werden jedoch seit 100 Jahren weitergetragen, seine Produkte neu aufgelegt, imitiert oder weiterentwickelt. Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses zeigt die Ausstellung des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in der Berlinischen Galerie bekannte und vergessene Bauhaus-Originale und erzählt die Geschichte hinter den Objekten. Zu sehen sind Kunst und Design aus der Sammlung des Bauhaus-Archivs, besondere Leihgaben aus internationalen Sammlungen und künstlerische Positionen, die das Bauhaus-Erbe neu betrachten.

Ausgehend von 14 Objekten entfaltet die Ausstellung 14 Fallgeschichten: Wie wurde die Sitzende im Stahlrohrsessel zur berühmtesten Unbekannten des Bauhauses? Hat das Haus am Horn in Weimar einen heimlichen Zwilling? Wieso blieb das Tee-Extraktkännchen, als Prototyp für die Industrie geschaffen, immer Unikat? „original bauhaus“ beleuchtet, wie Unikat und Serie, Remake und Original in der Geschichte des Bauhauses unzertrennlich verbunden sind. Denn für die Bauhaus-Künstler*innen waren Kunst und Technik keine Gegensätze. Vielmehr haben sie technische Innovationen genutzt, um einzigartige Kunstwerke zu schaffen, und die serielle Fertigung bei ihren Gestaltungsentwürfen von Anfang an mitgedacht. 14 Jahren Bauhaus-Produktion stehen heute fast 100 Jahre Bauhaus-Rezeption gegenüber: Reproduktionen, Re-Editionen und Remakes haben das Bauhaus zur einflussreichsten Schule für Architektur, Design und Kunst im 20. Jahrhundert gemacht, so dass wir heute fragen: Bauhaus oder bauhausy?

Begleitend zur Ausstellung erscheinen ein Katalog und das „original bauhaus übungsbuch“. In Kooperation mit dem Bauhaus Agenten Programm macht die Ausstellung die Bauhaus-Pädagogik erlebbar und lädt die Besucher*innen ein, Übungen aus dem Vorkurs-Unterricht selbst zu erproben. Ein Symposium wird sich unter dem Arbeitstitel „Don’t do it yourself!“ mit Bauhaus-Lehrmethoden und dem Wert von Experiment und Expertise in der heutigen (Aus-)Bildung befassen.

Die Jubiläumsausstellung des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin, in Kooperation mit der Berlinischen Galerie wird gefördert durch das Land Berlin und die Kulturstiftung des Bundes.