Charlotte Grunert
Charlotte Grunert wird am 6. September 1896 in Meißen geboren. Ihr Bruder betreibt ein Fotoatelier in Dresden, in dem sie ab 1930 assistiert. Im Wintersemester 1931 wird sie Hospitantin in der Fotowerkstatt des Dessauer Bauhauses. Sie verlässt die Schule 1932 und hält sich eine Zeit lang in Paris auf. Ein Jahr später gründet sie in Jestetten nahe der Schweizer Grenze ein eigenes Fotoatelier. Früh spezialisiert sie sich auf Porträt- und Landschaftsfotografie sowie auf das noch neue Gebiet der Farbfotografie. Ihre Motive von Jestetten und Umgebung werden nicht selten als Postkarten gedruckt. Im Sommer 1941 begleitet sie den Fotografen Hermann Harz auf eine Reise nach Wien, um dort Farbaufnahmen anzufertigen. Neben ihrer eigenen Ateliertätigkeit in Jestetten ist sie bis Ende 1942 in dessen Frankfurter Atelier als Farbfotografin angestellt. Möglicherweise stammen aus dieser Zeit Aufnahmen, die Persönlichkeiten des Nationalsozialismus, wie zum Beispiel Hermann Göring, zeigen. Seit 1936 ist Grunert Mitglied der Frauenschaft der Nationalsozialistischen Partei Deutschlands. Sie selbst gibt später an, auf Drängen der örtlichen Leiterin beigetreten zu sein, um weiterhin ihren Beruf als Fotografin ausüben zu können. Charlotte Grunert betreibt ihr Atelier in Jestetten bis kurz vor ihrem Tod am 13. August 1979.

