Edith Tudor-Hart
Edith Tudor-Hart wird am 28. August 1908 in Wien als Edith Suschitzky geboren. Ihr Vater und ihr Onkel betreiben in einem Arbeiterviertel einen linkspolitisch ausgerichteten Buchladen. Ihre Ausbildung in Montessori-Pädagogik führt sie 1925 für ein Praktikum nach London. Ab 1929 studiert Tudor-Hart am Bauhaus in Dessau und besucht dort 1930 die Fotografieklasse von Walter Peterhans. Bei einem Aufenthalt in England 1931 führen ihre Verbindungen zur Kommunistischen Partei 1931 dort zur Ausweisung – sie kehrt nach Wien zurück. Hier fotografiert sie für die sowjetische Nachrichtenagentur TASS. Ihre Sozialreportagen erscheinen unter anderem in der „Arbeiter-Illustrierten-Zeitung (AIZ)“ sowie im „Kuckuck“. 1933 wird sie wegen Spionagetätigkeit für die Kommunistische Partei verhaftet; große Teile ihres fotografischen Werks werden beschlagnahmt. Durch eine Heirat mit dem Mediziner Alexander Tudor-Hart kann sie sich einer Verurteilung entziehen. Das Paar emigriert noch 1933 nach England, wo 1936 ihr Sohn zur Welt kommt. Während ihr Mann als Arzt im Spanischen Bürgerkrieg dient, ist Tudor-Harts Fotografie die einzige Einkommensquelle der Familie. Sie konzentriert sich auf Dokumentarfotografie. So entsteht etwa für das Britische Bildungsministerium eine Bildreportage über Kinderpädagogik. Immer wieder gerät sie wegen ihrer anhaltenden Spionagetätigkeit ins Visier des englischen Geheimdiensts. Die ständige Beobachtung bringt sie dazu, große Teile ihres Werkes zu zerstören. Sie zieht verarmt nach Brighton, wo sie als Antiquitätenhändlerin arbeitet. Dort stirbt Edith Tudor-Hart am 12. Mai 1973.

