Florence Henri
Florence Henri wird am 28. Juni 1893 in New York geboren. Früh verwaist, wächst sie bei Verwandten in unterschiedlichen Ländern auf. Ihre hohe Bildung und ein umfangreiches Erbe ermöglichen ihr ein kosmopolitisches Leben zwischen Rom, London und Berlin. 1925 beginnt sie in Paris Malerei zu studieren. Zwei Jahre später besucht sie den Vorkurs am Bauhaus in Dessau und lässt sich von László Moholy-Nagy und Lucia Moholy zur Fotografie anregen. Nach ihrer Rückkehr entstehen in ihrem Pariser Atelier fotografische Porträts, Selbstporträts und Stillleben. Sie steht weiterhin in engen Kontakt mit vielen Bauhäusler*innen sowie mit Vertreter*innen der Pariser Avantgarde, wie Man Ray oder Germaine Krull. Henris Arbeiten finden früh Eingang in bedeutende Fotografie-Ausstellungen: 1929 ist sie in der Schau „Film und Foto“ in Stuttgart vertreten und 1937 in der umfassenden Überblicksausstellung von Beaumont Newhall zur Geschichte der Fotografie im Museum of Modern Art in New York. In den 1930er-Jahren eröffnet sie in Paris ein Fotostudio für Mode-, Porträt- und Werbeaufnahmen, wo sie auch selbst Schüler*innen unterrichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wendet sich Henri wieder der Malerei zu. Erst in den 1970er-Jahren wird ihr fotografisches Werk wiederentdeckt und erfährt erneut Anerkennung. Florence Henri stirbt am 24. Juli 1982 in der Nähe von Paris.

