Gertrud Arndt
Gertrud Arndt wird am 20. September 1903 als Gertrud Hantschk in Ratibor (Schlesien) geboren. Mit dem Ziel, Architektin zu werden, arbeitet sie ab 1919 im Architekturbüro Karl Meinhardt in Erfurt. Gleichzeitig besucht sie die Kunstgewerbeschule. Sie bringt sich das Fotografieren bei, um Bauwerke für das Architekturbüro zu dokumentieren. 1923 beginnt Arndt ihr Studium am Bauhaus in Weimar. Ausgebildet wird sie in der Webereiwerkstatt. Mit ihrer Gesellenprüfung 1927 lässt sie das Weben hinter sich und widmet sich erneut der Fotografie. Im selben Jahr heiratet sie den Bauhäusler und Architekten Alfred Arndt und zieht nach Probstzella in Thüringen. Dort fotografiert sie seine Bauprojekte. Zugleich entstehen private Fotografien und Fotocollagen. 1929 wird Alfred Arndt als Lehrer an das Bauhaus in Dessau berufen. Gertrud Arndt richtet sich im Meisterhaus eine Dunkelkammer ein und fotografiert nun das Leben und Wirken an der Schule. Es entstehen Dokumentar- und Porträtfotografien sowie zahlreiche Selbstbildnisse. Obwohl Arndt nicht in der Fotoklasse von Walter Peterhans studiert, werden einige ihrer Aufnahmen 1930 in der Bauhaus-Wanderausstellung zusammen mit Arbeiten aus dessen Unterricht gezeigt. 1931 wird Arndt erstmals Mutter. Ein Jahr später kehrt das Paar zurück nach Probstzella, wo Arndt sich fortan der Familie widmet. 1948 fliehen sie aus der Sowjetzone nach Westdeutschland. 1979 wird Arndt anlässlich einer Ausstellung im Folkwang Museum Essen als Fotografin entdeckt. Ihre Werke sind seitdem in mehreren Ausstellungen und Publikationen vertreten. Am 10. Juli 2000 stirbt Gertrud Arndt in Darmstadt.

