Grete Stern
Grete Stern wird am 9. Mai 1904 in Wuppertal geboren. Durch die kaufmännische Tätigkeit des Vaters wächst sie neben Wuppertal auch in London auf. Nach einem Grafikstudium in Stuttgart und einer kurzen Berufstätigkeit beginnt sie 1927 eine Ausbildung bei dem Fotografen Walter Peterhans. Ein Jahr später lernt sie Ellen Auerbach kennen, die ebenfalls eine Schülerin von Peterhans ist. Nachdem dieser 1929 an das Bauhaus in Dessau berufen wird, gründen Stern und Auerbach die Agentur ringl + pit in dessen ehemaligen Atelier. 1932 besucht Stern die Fotografieklasse von Peterhans am Bauhaus. Bereits im nächsten Jahr zwingt ihre jüdische Herkunft sie zur Emigration nach London. Ihr britischer Pass erleichtert ihr das Leben im Exil: Sie kann hier ohne große bürokratische Hürden als Porträtfotografin arbeiten. Es kommt kurzzeitig zu einer erneuten Zusammenarbeit mit Ellen Auerbach. 1935 heiratet Stern den argentinischen Fotografen und Bauhäusler Horacio Coppola. 1936 ziehen sie nach Buenos Aires, wo sie ein Atelier eröffnen. Das gemeinsame Haus wird zum Treffpunkt der dortigen Kunstszene. Nach der Trennung von Coppola arbeitet Grete Stern freiberuflich. Unter anderem erstellt sie surrealistische Fotomontagen für die Zeitschrift „Idilio“. 1956 gründet sie die Fotografie-Werkstatt des Museo Nacional de Bellas Artes und dokumentiert außerdem bis in die 1960er-Jahre die indigene Bevölkerung des Gran Chaco. 1985 beendet Grete Stern ihre fotografische Tätigkeit. Sie verstirbt am 24. Dezember 1999 in Buenos Aires.

