Irene Bayer
Irene Bayer wird am 28. Oktober 1898 als Irene Angela Hecht in Chicago geboren und wächst in Budapest auf. 1920 beginnt sie ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Sie bewirbt sich 1923 am Bauhaus und wird abgelehnt. Daraufhin zieht sie nach Paris und wird Gasthörerin an der Sorbonne und der École des Beaux-Arts. Dort knüpft sie Kontakte zur Avantgarde. 1925 heiratet sie den Bauhäusler Herbert Bayer. Nun besucht sie am Bauhaus den Vorkurs, ohne offiziell eingeschrieben zu sein. 1926 beginnt sie eine Fotografieausbildung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Fortan dokumentiert sie das Leben und die Arbeit am Bauhaus sowie die Werke ihres Ehemanns. Zudem entstehen Porträt- und Werbefotografien. Einige ihrer Aufnahmen werden für Bauhaus-Publikationen verwendet. Zudem veröffentlicht László Moholy-Nagy mehrere ihrer Aufnahmen in seinem Aufsatz „Fotografie ist Lichtgestaltung“. 1928 verlässt das Ehepaar das Bauhaus und zieht nach Berlin. Im Jahr darauf ist Bayer als Fotografin in der Stuttgarter Ausstellung „Film und Foto“ vertreten. Mit der Geburt ihrer Tochter im selben Jahr beendet sie ihre fotografische Tätigkeit; von deren Vater Herbert Bayer lebt sie seit 1928 getrennt. Ab 1938 lebt Irene Bayer in den USA und arbeitet dort als Übersetzerin. In dieser Tätigkeit kehrt sie nach dem Zweiten Weltkrieg auch kurzzeitig nach Deutschland zurück und arbeitet für die amerikanische Militärverwaltung in München. Am 12. Juli 1991 stirbt Irene Bayer in Los Angeles.

