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Judit Kárász

Judit Kárász wird am 21. Mai 1912 in Szeged (Österreich-Ungarn) geboren und wächst unter anderem in Budapest auf. Sie interessiert sich früh für Fotografie und beginnt 1930 ein sechsmonatiges Studium an der École de la Photographie in Paris. 1931 kommt Kárász an das Dessauer Bauhaus und studiert in der Fotografieklasse von Walter Peterhans. Sie ist eng befreundet mit Irena Blühová, die sie mehrfach porträtiert. Beide engagieren sich politisch in der Kommunistischen Studentenfraktion, der sogenannten „Kostufra“. 1932 muss Kárász das Bauhaus verlassen, nachdem sie beim Druck von kommunistischem Material entdeckt wurde. Sie geht nach Berlin und arbeitet bis 1935 als Laborassistentin bei der Fotoagentur DEPHOT. Als Fotografin dokumentiert sie zudem das Leben armer Bevölkerungsschichten und Arbeiter*innen in der Hauptstadt sowie auf Reisen durch Deutschland und Ungarn in Reportagen. 1933 widmet die Budapester Ausstellung „Soziofoto“ ihrem fotografischen Werk einen eigenen Raum. Als jüdische und linkspolitische Sozialfotografin flieht Kárász 1935 vor den Nationalsozialisten auf die dänische Insel Bornholm. Um die dänische Staatsbürgerschaft zu erhalten, geht sie 1939 mit dem Maler Hans Helving eine Zweckehe ein. 1949 kehrt sie aus politischer Überzeugung ins kommunistische Ungarn zurück und arbeitet als Objektfotografin für das Kunstgewerbemuseum in Budapest. Nach einer Krebsdiagnose nimmt sich Judit Kárász am 30. Mai 1977 in Budapest das Leben.