Lotte Collein
Lotte Collein wird am 17. März 1905 als Anny Amely Lotte Gerson in Essen geboren. Nach Ausbildungen in einer Schneidereiwerkstatt in München und einer Handweberei in Dachau besucht sie die Soziale Frauenschule in Bremen. 1927 beginnt sie, am Bauhaus zu studieren. Sie möchte Architektin werden. Nach der Grundlehre arbeitet sie in der Tischlerei, 1929 wechselt sie in die Baulehre und die Bau- und Ausbauabteilung. Während ihrer Zeit am Bauhaus beginnt Collein auch zu fotografieren. Sie hält das Leben an der Schule fest und dokumentiert Werke anderer Bauhäusler*innen, zum Beispiel von Erich Borchert. Obwohl sie nicht am Fotografieunterricht teilnimmt, wird eine ihrer Aufnahmen 1930 in einem Artikel von Walter Peterhans über den gegenwärtigen Stand der Fotografie in der Zeitschrift „ReD“ veröffentlicht. Im Herbst 1930 beantragt Collein ihr Diplom als Architektin, was jedoch abgelehnt wird. Daraufhin verlässt sie die Schule und zieht mit dem Architekten Edmund Collein nach Wien. 1931 heiraten die beiden, im selben Jahr wird ihr Kind geboren. 1938 kehrt das Paar nach Deutschland zurück. Die Halbjüdin und Kommunistin Collein überlebt die Zeit des Nationalsozialismus durch die Ehe mit ihrem arischen Mann. Nach dem Krieg zieht das Paar in den sowjetisch besetzten Sektor von Berlin. Während Edmund Collein in der DDR Karriere als Architekturfunktionär macht, unterstützt Lotte Collein seine Arbeit im Hintergrund. Sie stirbt im 3. Mai 1995 in Berlin.

