Lotte Stam-Beese
Lotte Stam-Beese wird am 28. Januar 1903 als Charlotte Ida Anna Beese in Reisicht (Schlesien) geboren. Ab 1921 studiert sie zunächst kurz an der Kunstakademie in Breslau und arbeitet dann als Bürokraft für die Deutschen Werkstätten in Dresden-Hellerau. Dort erlernt sie die Grundlagen des Webens. 1926 geht sie ans Dessauer Bauhaus. Neben ihrer Ausbildung in der Weberei beginnt sie zu fotografieren. Eine ihrer Aufnahmen wird 1928 als Titelbild für die Bauhaus-Zeitung verwendet. Im selben Jahr wechselt Stam-Beese als erste Frau in die Bau- und Ausbauabteilung. In dieser Zeit beginnt sie eine Affäre mit dem Direktor des Bauhauses, dem verheirateten Hannes Meyer. Sie muss deswegen die Schule 1929 ohne Abschluss verlassen. Auch ihre fotografische Tätigkeit endet vermutlich zu dieser Zeit. Als Hannes Meyer 1930 nach Moskau geht, folgt sie ihm. Ein Jahr später wird ihr gemeinsames Kind geboren, das sie allein erzieht. Die überzeugte Kommunistin arbeitet zudem als Architektin an verschiedenen Orten der Sowjetunion. 1932 trifft sie in Ungarn den Architekten und ehemaligen Bauhaus-Lehrer Mart Stam, den sie später heiratet. 1934 emigrieren sie in die Niederlande und eröffnen ein gemeinsames Architekturbüro; die Ehe wird 1943 geschieden. 1944 schließt Stam-Beese erfolgreich ihr Studium an der Architekturschule in Amsterdam ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkt sie als Architektin maßgeblich am Wiederaufbau Rotterdams mit. Sie stirbt am 18. November 1988 in Krimpen aan den IJssel.

