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Marianne Brandt

Porträt Marianne Brandt, 1928–1929
Bauhaus-Archiv Berlin

Marianne Brandt wird am 1. Oktober 1893 als Marianne Liebe in Chemnitz geboren. Ab 1911 studiert sie Malerei an der Hochschule für Bildende Kunst in Weimar. 1919 heiratet sie den Maler Erik Brandt. Gemeinsam lebt das Paar mehrere Jahre in Oslo und Paris. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland studiert Brandt zunächst Bildhauerei in Weimar. 1924 wechselt die Künstlerin an das Bauhaus, wo sie in der Metallwerkstatt unter László Moholy-Nagy ausgebildet wird. Als Designerin feiert sie dort erste Erfolge und übernimmt 1928 kommissarisch die Leitung der Werkstatt. Inspiriert von der Pariser Avantgarde sowie von Moholy-Nagy beginnt Brandt außerdem, sich intensiv mit Fotografie zu beschäftigen. Es entstehen Selbstporträts, Fotocollagen und experimentelle Aufnahmen. Statt das Angebot einer Ausbildung in der Fotoklasse von Walter Peterhans anzunehmen, entscheidet sie sich 1929, das Bauhaus zu verlassen. Einige ihrer Aufnahmen sind im selben Jahr unter der Rubrik „Fotografie am Bauhaus“ in der Stuttgarter Ausstellung „Film und Foto“ zu sehen. Nach einer kurzen Anstellung im Berliner Baubüro von Walter Gropius arbeitet Brandt bis 1932 als Entwerferin für die Metallwarenfabrik Ruppelwerke in Gotha. Sie fotografiert weiterhin, vor allem privat. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten verliert Brandt ihre Anstellung und kehrt nach Chemnitz zurück. Von 1949 bis 1954 lehrt sie an der Hochschule für Werkkunst in Dresden und am Institut für industrielle Gestaltung an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Anschließend entwirft sie Beleuchtungs- und Heizkörper für die DDR-Produktion und widmet sich wieder der Malerei und Fotografie. Am 18. Juni 1983 stirbt Marianne Brandt in Kirchberg.