Ré Soupault
Ré Soupault wird am 29. Oktober 1901 als Meta Erna Niemeyer in Bublitz (Pommern, heute Polen) geboren. 1921 beginnt sie ihr Studium am Bauhaus in Weimar. Hier besucht sie den Vorkurs und studiert dann in der Webereiwerkstatt. Am Bauhaus beginnt sie auch, mit Fotografie zu experimentieren. 1923 lernt sie in Berlin den Avantgardefilmer Viking Eggeling kennen, an dessen Film „Diagonal-Symphonie“ sie maßgeblich mitwirkt. Nach einer kurzen Ehe 1926 mit dem Dadaisten Hans Richter, arbeitet sie als Modejournalistin für die Zeitschrift „Sport im Bild“ in Berlin. 1929 führt ihr Beruf sie nach Paris. Auch hier bewegt sie sich im Zentrum der künstlerischen Avantgarde und gründet 1931 ihr Mode-Atelier „Ré Sport“. 1933 lernt sie den Schriftsteller und Journalisten Philippe Soupault kennen. Sie begleitet ihn auf Reportagereisen und beginnt, diese fotografisch zu dokumentieren. Das Paar heiratet 1937. 1938 gehen sie nach Tunis, wo Ré Soupault ihre dokumentarische Sozialfotografie fortsetzt. Aufgrund von Philippe Soupaults offen antifaschistischer Haltung muss das Paar fliehen und kann den Truppen der Wehrmacht nur knapp nach Algerien entkommen. Erst nach Kriegsende erfährt Ré Soupault, dass Teile ihres fotografischen Werks in Tunis überdauert haben. Sie reisen 1943 nach New York und trennen sich 1945. 1948 kehrt Ré Soupault nach Europa zurück und lebt in Basel, wo sie als Übersetzerin und Radio-Essayistin arbeitet. Ihre letzte Fotoreportage entsteht Mitte der 1950er-Jahre: Sie fotografiert deutsche Geflüchtete aus den Ostgebieten. Ab 1958 lebt sie wieder in Paris und konzentriert sich auf ihre literarische Arbeit. Am 12. März 1996 stirbt Ré Soupault in Versailles.

