Das 1919 gegründete Bauhaus zog zahlreiche Studentinnen an, die – ebenso wie ihre männlichen Kommilitonen – zunächst den Vorkurs durchliefen, bevor sie ihre Ausbildung in den unterschiedlichen Werkstätten fortsetzten. Den weiblichen Studierenden wurde meist die Weberei empfohlen; aber einige wurden auf eigenen Wunsch auch in anderen Werkstätten aufgenommen. Viele von ihnen haben einzigartige Werke geschaffen, die bis heute unser Bild von der Moderne prägen. Dennoch sind die Leistungen weiblicher Bauhäuslerinnen – sowohl damals als auch in der Bauhaus-Rezeption – nicht in gleichem Maße gewürdigt worden wie die ihrer männlichen Kollegen. So waren bis auf Gunta Stölzl, Gertrud Grunow, Marianne Brandt und Lilly Reich die Lehrenden fast ausschließlich männlich. Wenn man heute auf die Situation der Frauen am Bauhaus schaut, darf man nicht vergessen, dass die Bauhaus-Meister durchweg im 19. Jahrhundert geboren und von einer patriarchalen Gesellschaft geprägt waren. Gemessen an den Bedingungen der Zeit konnten die Frauen am Bauhaus freier leben und arbeiten als an anderen Institutionen.
Weitere Informationen zu Studierenden am Bauhaus: https://forschungsstelle.bauhaus.community/.