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Provenienzforschung am Bauhaus-Archiv

Systematische Suche nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut

Am 1. April 2020 hat die Kunsthistorikerin Corinna Alexandra Rader damit begonnen, die Sammlung des Bauhaus-Archivs systematisch auf verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut, insbesondere aus jüdischem Besitz, zu untersuchen. Unser Haus wurde erst 1960 gegründet und konnte somit zur Zeit des Nationalsozialismus keine Erwerbungen tätigen. Und dennoch ist die Provenienzforschung durch unseren Sammlungsschwerpunkt für uns von zentraler Bedeutung.

Das Bauhaus-Archiv sammelt, bewahrt und erforscht die Kunstwerke und Objekte des Bauhauses, wie es in Weimar, Dessau und Berlin von 1919 bis 1933 bestand. Zahlreiche KünstlerInnen des Bauhauses wurden von den Nazis als „entartet“ verfemt und ihre Werke aus deutschen Museen beseitigt. Etwa 200 Lehrende und Studierende des Bauhauses waren zudem jüdischer Herkunft und wurden zwischen 1933 und 1945 Opfer von Verfolgung, Vertreibung und Ermordung. Zwölf Bauhäusler*innen fanden nachweislich ihren Tod in Konzentrationslagern.

Viele Erwerbungen und Schenkungen gelangten direkt durch Bauhaus-Angehörige zu uns. Allerdings ergänzte das Haus seine Sammlung auch durch Ankäufe im europäischen Kunsthandel. Für diese Objekte – etwa 15% der Erwerbungen aus den 1960er-Jahren – sind die Vorbesitzer*innen nur selten bekannt. Hier besteht dringender Klärungsbedarf.

Wir danken der Senatsverwaltung für Kultur und Europa für die Finanzierung dieser Stelle.

Fall 1: Lyonel Feiningers "Halle, am Trödel" von 1929
In der Video-Reihe Behind the Object auf YouTube
Fallgeschichte zum Nachlesen als PDF

Fall 2: Erwerbungen im Kunstantiquariat Ben Weinreb Ltd. in London
In der Video-Reihe Behind the Object auf YouTube
Fallgeschichte zum Nachlesen als PDF