HfG Eröffnung der Ausstellung: 50 Jahre Bauhaus in Stuttgart, Rede von Walter Gropius an die protestierenden Studenten der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm, 1968

Nach 1933

Unter dem Druck der Nationalsozialisten war das Bauhaus 1933 zur Auflösung gezwungen worden. Die Ideen des Bauhauses aber zogen mit den auswandernden Bauhäuslern weiter in die Welt – in die USA, die Schweiz, nach Russland, Israel und in viele weitere Länder.

In den USA wirkte Josef Albers als angesehener Kunsterzieher am Black Mountain College (Asheville/North Carolina), das sich zeitweise als Nachfolgeschule des Bauhauses verstand. 1937 gründete László Moholy-Nagy in Chicago das New Bauhaus. Es nahm das in Weimar und Dessau unter Walter Gropius entwickelte Ausbildungsprogramm auf und entwickelte es weiter. Fotografie spielte nun eine größere Rolle als zuvor. Die Methodik des New Bauhaus wurde von vielen anderen amerikanischen Hochschulen in modifizierter Form übernommen. Dies trug dazu bei, die bis dahin in den USA vorherrschende Beaux-Art-Tradition zurückzudrängen. Darüber hinaus sorgten die ebenfalls nach Amerika emigrierten ehemaligen Bauhaus-Direktoren Walter Gropius, Professor an der Graduate School of Design der Harvard University, und Ludwig Mies van der Rohe, Direktor der Architektur-Abteilung des Armour Institute in Chicago, mit ihren Arbeiten und durch ihren Unterricht für die Verbreitung des Bauhaus-Gedankenguts.

Im Westen Deutschlands wurde die Bauhaus-Idee einer Verbindung von Kunst und Handwerk nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst von den Werkkunstschulen u.a. in Krefeld, Köln und Kassel weitergeführt. Ab 1955 trat die Hochschule für Gestaltung in Ulm mit dem Anspruch an, im Geist des Bauhauses zu arbeiten. Ziel war die „Verbesserung der Qualität, Form und Nützlichkeit von Gebrauchsgütern, die in Deutschland hergestellt werden“. Auch wenn sich die Schule später durch ein eigenes Profil vom Bauhaus-Vorbild abzusetzen suchte, waren die Anfänge unter ihrem ersten Rektor, dem ehemaligen Bauhaus-Schüler Max Bill, deutlich davon geprägt. Die Ulmer Hochschule wurde zur international bedeutendsten Gestaltungs-Hochschule nach dem Bauhaus, und ihre Produkte repräsentierten jahrzehntelang deutsches Design.

Im Ostteil Deutschlands scheiterte ein Jahr nach Kriegsende ein erster Versuch, das Bauhaus in Dessau neu zu beleben. Eine Annäherung an die in der frühen DDR politisch unerwünschte Schule fand erst 1976 mit der denkmalgerechten Rekonstruktion des Dessauer Bauhaus-Gebäudes statt. Man begann mit dem Aufbau einer Sammlung zur Geschichte des Bauhauses und belebte die Bauhaus-Bühne. Zehn Jahre später feierte die DDR die Wiedereröffnung des Bauhauses als »Zentrum für Gestaltung«, unter der Leitung des ostdeutschen Bauministeriums. Die politische Wende 1989 beendete dieses Kapitel der Bauhaus-Geschichte.

Einzelne Elemente der Bauhaus-Pädagogik – insbesondere des Vorkurses – leben an den Hochschulen bis heute fort. Mehr noch als in bestimmten Formen und Produkten zeigt sich die Wirkung des Bauhauses vor allem in den grundlegenden Ideen und Methoden.

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